Neigungsgruppe Sport


Chip im Körper soll Schummeln verhindern!
August 22, 2008, 12:03
Gespeichert unter: Schatz-Kiste

Es ist ein radikaler Vorschlag der schwedischen Leichtathletin Klüft: Sportler sollen per Chip und GPS permanent überwacht werden, um nicht vor Dopingtests fliehen zu können.

Ein Chip unter die Haut operiert oder ein ständig zu tragender Ring bzw ein Armband mit einem eingebauten GPS-Sender. Das sind die drastischen Vorschläge der beiden schwedischen Leichtathleten Carolina Klüft und Stefan Holm im Antidoping-Kampf. „Es ist traurig, aber ich glaube wir sind dem Sport mittlerweile schuldig nahezu alles zu tun“, erklärte sie in einem Interview mit dem Stockholmer „Svenska Dagbladet“. Das aktuelle System, wonach Leistungssportler jeweils für 3 Monate im Voraus exakt angeben müssen, wo sie sich aufhalten, um für unangemeldete Dopingtests erreichbar zu sein, hält Klüft für unzureichend und unpraktisch. Es sei deshalb besser, die technischen Möglichkeiten auszunutzen, die es bereits gibt, um den Standort von SportlerInnen jeweils konkret feststellen zu können.

„Ich selbst würde mich über eine solche Überwachung nicht beklagen“, erklärte Klüft: „Im Gegenteil finde ich es wichtig, dazu bereit zu sein und solche Fragen auch offen zu diskutieren.“ Und sie hat einen weiteren Vorschlag: Alle Dopingtests sollten für die Allgemeinheit über Internet öffentlich werden, so dass jeder genau verfolgen kann, wer wann wo und wie oft getestet wurde.

Der schwedische Hochspringer Stefan Holm schloss sich dem Vorschlag seiner Siebenkampf-Landsmännin unmittelbar an: „Warum auch nicht. Das klingt ja radikal und ein wenig brutal, dürfte aber eine gute Lösung sein, damit dieses Misstrauen gegen uns aufhört.“ Da man schon bislang recht streng kontrolliert werde, sei eine Chip- oder GPS-Überwachung vielleicht die einfachste Lösung „so absurd dies auch ist und auch wenn es nach Sciencefiction klingt“.

REINHARD WOLFF, Taz


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